PKV-Beitrag gestiegen? Dein Recht auf Tarifwechsel
Der häufigste Irrtum unter Privatversicherten: Man müsste kündigen, um zu sparen. Das Gegenteil ist richtig — kündigen kostet dich alles, was du angespart hast.
Warum PKV-Beiträge in Sprüngen steigen
Anders als die gesetzliche Kasse darf ein privater Versicherer die Beiträge nicht laufend anpassen. Er muss warten, bis ein festgelegter Schwellenwert überschritten ist — und holt dann alles auf einmal nach. Deshalb passiert jahrelang nichts, und dann kommt ein Brief mit einer zweistelligen Prozentzahl.
Dazu kommt: Über die Jahre entstehen in jeder Gesellschaft neue Tarife. Alte Tarife werden nicht mehr aktiv verkauft, ihr Bestand altert, und die Beiträge dort steigen besonders stark. Wer nie wechselt, sitzt irgendwann in einem geschlossenen Tarif mit ungünstiger Struktur.
Was § 204 VVG dir zusichert
Du hast einen Rechtsanspruch darauf, innerhalb deiner Gesellschaft in jeden anderen Tarif mit gleichartigem Versicherungsschutz zu wechseln. Der Versicherer kann das nicht ablehnen.
- Alterungsrückstellungen gehen vollständig mit. Das ist der entscheidende Punkt — bei einer Kündigung wären sie weitgehend verloren.
- Keine neue Gesundheitsprüfung für gleichwertige Leistungen.
- Keine neue Wartezeit.
- Nur für echte Mehrleistungen darf der Versicherer prüfen — und dann meist nur für diesen Teil.
Wo die Ersparnis herkommt
Ein Tarifwechsel senkt den Beitrag über drei Wege, die sich kombinieren lassen:
| Hebel | Wirkung | Was du dafür aufgibst |
|---|---|---|
| Moderner Tarif derselben Gesellschaft | oft erheblich | meist nichts — teils bessere Leistung |
| Höherer Selbstbehalt | spürbar | du trägst Kleinschäden selbst |
| Leistungsbausteine anpassen | je nach Umfang | Einbettzimmer, Chefarzt, Auslandsschutz |
Vorsicht an einer Stelle. Ein niedrigerer Beitrag durch stark reduzierte Leistungen ist kein Gewinn, sondern eine verschobene Rechnung. Sinnvoll ist der Wechsel dann, wenn ein moderner Tarif bei gleicher oder besserer Leistung günstiger kalkuliert — und das ist häufiger der Fall, als die Gesellschaften von sich aus mitteilen.
Warum der Versicherer dich nicht darauf hinweist
Er muss dich auf Anfrage über wechselgeeignete Tarife informieren — von sich aus tut er es selten. Für die Gesellschaft ist ein Bestandskunde in einem teuren Alttarif wirtschaftlich attraktiver.
Genau hier kommen wir ins Spiel: Wir fordern die Tarifübersicht an, vergleichen die in Frage kommenden Tarife auf Leistungsebene und stellen den Wechselantrag. Für dich kostenlos.
Was du bereithalten solltest
- Deine aktuelle Police mit Tarifbezeichnung
- Das letzte Beitragsanpassungsschreiben
- Angaben zum bisherigen Selbstbehalt
Mehr brauchen wir nicht, um dir zu sagen, ob sich etwas bewegen lässt.
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